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Kupferschmieden /auch Kupferkesselherstellung genannt/ ist ein Handwerk, das in den bulgarischen Gebieten seit dem Altertum bekannt ist. Seine Entwicklung sowie die Verbesserung der Produktionsverfahren zeugen von den sozialen und wirtschaftlichen Verhaltnissen in der bulgarischen Gesellschaft.
In der Zeit der bulgarischen Wiedergeburt, bei bereits bestehender Differenzierung der metallverarbeitenden Handwerke, spezialisierte sich das Kupferschmieden auf die Produktion von Haushaltsgefässen und Kircheninventar. Der Grund dafür war, dass Kupfer weich und wärmeleitend ist, d.h., es eignete sich am besten für Gefässe, die in unmittelbaren Kontakt mit Feuer kamen oder eine spezifische Form erhalten sollten.
Im Unterschied zu Silber und Gold oxydiert Kupfer leicht, was zu einer weiteren Besonderheit der Produktion führte - Verzinnung oder Versilberung der ganzen Gefässe oder deren Teile, die in Kontakt mit Flüssigkeiten oder Nahrung kamen.
In alter Zeit gossen die Kupferschmiede das Kupfer selbst, etwas später, in der Mitte des 19. Jahrhunderts, ging man dazu über, Kupferblech aus Zarigrad /Istanbul/ einzuführen.
Aus dem Blech wurden sowohl die Wände der Gefässe als auch die Böden angefertigt. Durch Hämmern erreichte man die notwendige Form von Wänden und Böden, die dann aneinandergefügt wurden. Das weitere Hämmern war sowohl als Formung des Gefässes als auch als Festigung des gearbeiteten Gegenstandes vorgesehen. Des öfteren wurde dieses Hämmern mit derartigem Werkzeug und in derartigen Reihenfolge vorgenommen, dass es zu einem Teil der Verziehrung wurde. Wenn nötig, wurden die Gefässe weiter verziehrt. Drei Verziehrungsarten sind anzutreffen: Funktionale Verziehrung, Schnitzerei und Gravur. Zur letzteren gehören die Inschriften, die entweder Widmungen oder moralisierende Empfehlungen darstellten.
Typisch für dieses Handwerk war die Funktionalität, die eine übergeordnete Rolle im Vergleich zur Verziehrung spielte.
Die Kupferschmiede stellten allerlei Haushaltsgefässe her: Tabletts, Kaffeekännchen, Schnapsflaschen, kleine Kupferkessel, Schalen, Teller, grosse Kessel, Kannen, Tassen, Schöpfkellen, Kaffee-, Wein- und Schnapssätze usw. sowie Ritualgefässe fur die Kirchen.
Vorgestellt wird dieses Handwerk im Freilichtmuseum im Haus und Werkstatt des Kupferschmieds Trifon Kanew. Das Haus ist eine Kopie des Originalgebäudes, das um 1872 südlich der Kirche "Heilige Mutter Gottes" in Gabrowo gebaut wurde.
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