Glockenwerklstatt


Die Fotos zeigen die Produktion von Glocken

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Die Glockenwerkstatt liegt im Erdgeschoss eines Hauses aus dem Dorf Nowa Mahala.

      Der bekannte bulgarische Ethnograph Prof. Christo Wakarelski meint, dass die fortgeschrittene Viehzucht auf der Balkanhalbinsel , die bei der bulgarischen Bevölkerung vorwiegend in den Bergregionen verbreitet war, den Anfang der Glockenproduktion bildete. Das Handwerk schloss die Produktion von geschmiedeten und aus Brozne gegossenen Glocken für die Tiere sowie die Produktion von Kirchenglocken ein.
      In Gabrowo wurden lediglich aus Eisenblech geschmiedete Glocken hergestellt. Nur an einem weiteren Ort in der Region, im Dorf Nowa Mahala /heute ein Stadtteil/, war dieses Handwerk verbreitet.
      Die Glocken dienten dazu, die Tiere vor Verirrung zu schützen. Die verschiedenen Töne der Glocken hatten ausserdem die Aufgabe, die einzelnen Herden auseinanderzuhalten, sie bezeichneten das jeweilige Eigentum.
      Zeitgenössischen Berichten zufolge brachten die Kaufleute Georgi und Zanjo Pawlewi die erste Glocke aus Griechenland mit, ihre Produktion vor Ort began in den ersten Jahren nach dem Ersten Weltkrieg.
      Die ersten Glocken, genannt "Traki", waren etwas platt und ohne thermale Bearbeitung geformt und hatten keinen guten Klang. Dementsprechend war auch die Nachfrage gering. Am gefragtesten waren die sogenannten "runden" Glocken.
      Die Werkstatt war ein ziemlich grosser Raum, weil alle Werkzeuge und Material dort verwahrt wurden: Holzkohle, Eisenblech, Schneidertisch, Feuerstelle. Das Werkzeug war ziemlich mannigfaltig: Blechscheren, Eisenformen zum Kalt- und Heissschmieden, Amboss, Hämmer usw.
      Zunächst wurde die Glocke nach einem Mass "geschnitten", dann wurde das Blech in der Feuerstelle erwärmt, anschliessend auf der Eisenform kalt geformt, dann wieder erhitzt und geschmiedet, die Ecken wurden gebogen, die Glocke wurde mit Eisennieten vernietet, dann kam die Schlinge. Das Verlöten war eine der schwierigsten Operationen. Eine Mischung aus Bronze, Borax, Salz und Gelblehm wurde zu Brei gerührt, damit wurde die Glocke beschmiert und anschliessend bis zum Schmelzen der Mischung erhitzt. Nach Abkühlung wurde die "Zunge" befestigt, dann folgte die feinste Arbeit - die Verleihung der einzigartigen Stimme. Das hing von der Öffnung, der Stärke des Blechs und der Verlötung ab. Die Handwerker waren der Meinung, dass jede Glocke ihre eigene Stimme haben sollte.